Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Form von Demenz und betrifft weltweit mehr als 32 Millionen Menschen. Die Beziehung zwischen der Krankheit und der Genetik ist eine Frage, die Familien von Erkrankten stark beschäftigt, da sie sich über die Wahrscheinlichkeit fragen, Alzheimer zu erben. Dass ein Vater oder eine Mutter diese Form der Demenz hatte, bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Kinder sie auch entwickeln werden, aber ist Alzheimer erblich?
„Familiäre“ Alzheimer-Krankheit: Wenn die Genetik entscheidend ist
In weniger als 1 % der Fälle ist das Auftreten der Krankheit genetisch durch die Übertragung eines bestimmenden Gens von einer Generation auf die nächste festgelegt. Es handelt sich um seltene pathogene Varianten, die einem autosomal-dominanten Erbgang folgen, sodass diese Fälle von Alzheimer sowohl von der Mutter als auch vom Vater vererbt werden. Diese Form der Krankheit beginnt meist frühzeitig, oft schon vor dem 50. Lebensjahr. In diesen Fällen von frühzeitiger erblicher Alzheimer-Krankheit wurden Mutationen in drei Genen als Krankheitsursache identifiziert: das Gen des Amyloid-Vorläuferproteins (APP) sowie die Gene für Präsenilin 1 und 2 (PSEN1 und PSEN2). Obwohl der Beginn meist früher liegt und der Verlauf schneller ist, unterscheiden sich die Symptome der erblichen Alzheimer-Krankheit nicht von den übrigen Fällen.
„Sporadische“ Alzheimer-Krankheit und das APOE-Gen
Die überwiegende Mehrheit der Alzheimer-Fälle hat keine direkte genetische Ursache und beruht nicht auf einer familiären Vererbung. Bisherige Studien haben gezeigt, dass die Entwicklung der Krankheit durch eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen bedingt ist, wobei das fortgeschrittene Alter der wichtigste Faktor ist. Dennoch gibt es in vielen Fällen betroffene Familienmitglieder in der Vorgeschichte, was den Beitrag der Genetik zum Risiko, an der Krankheit zu erkranken, verdeutlicht.
In den jüngsten genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) wurden Dutzende assoziierter Genvarianten identifiziert, unter denen das APOE-Gen besonders hervorsticht, das für das Apolipoprotein E kodiert und bei dem wir drei Formen finden können: APOE2, APOE3 und APOE4. Jeder von uns besitzt zwei Kopien eines jeden Gens: eine, die wir von unserer Mutter erben, und eine von unserem Vater. Während die Varianten APOE2 und APOE3 keine erhöhte Veranlagung verleihen, erhöht der Besitz von mindestens einer APOE4-Kopie, die von einem der Elternteile geerbt wurde, das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, um das etwa 3- bis 4-fache. Trotz dieses bedeutenden Beitrags bedeutet das Tragen dieses Allels nicht zwangsläufig, dass die Krankheit ausbrechen wird, da viele andere Risikofaktoren eine Rolle spielen. Einige sind beeinflussbar, wie der Lebensstil oder das geistige Aktivbleiben, andere hingegen nicht, wie genetische Faktoren oder das Alter.
Möchten Sie wissen, wie hoch Ihr genetisches Risiko für die Alzheimer-Krankheit ist? Finden Sie es heraus mit unserem Advanced Personal Genome Service.
